Montag, 18. Juni 2012

Kinderbetreuung à la Schweden..

...wollen wir das wirklich?

Auch wenn Schweden immer wieder als "Paradies" dargestellt wird, an dem es sich zu orientieren gilt...wenn man so etwas liest, sollten einem da doch Zweifel kommen.

Falls jemand jetzt einwendet, der Betreuungschlüssel wäre bei uns ja viel besser...ja, noch. Wenn erst die schöne neue Welt der frühkindlichen Betreuung wenn nicht für alle, so doch wenigstens für viele angebrochen ist, wird sich das zügig ändern. Davon abgesehen funktionieren schwedische Babies und Kinder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht wesentlich anders als kleine Deutsche.

(Bei 0-3jährigen finde ich ich allerdings auch die heute vorgesehenen und real existierenden Gruppenstärken suboptimal (das sehen Experten übrigens ähnlich). Wenn es jemanden genauer interessiert: hier gibts ein pdf, herausgegeben vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport Brandenburg mit einer Auflistung der Regelungen zu Gruppengröße und Personalausstattung in Kinderkrippen, Kindergärten, Kitas, altersübergreifenden Gruppen und Tagesheimen in den einzelnen Bundesländern, ursprünglich von 2003, aber zuletzt im März 2012 aktualisiert.  Frühkindliche Bildung my ass. Sorry, der Betreuungsschlüssel in einer halbwegs durchschnittlichen Familie ist deutlich besser. Selbst in einer durchschnittlichen Großfamilie, sprich: die Kinder haben nicht alle ungefähr dasselbe Alter. So wahnsinnig viele Familien mit 5-8 Kindern unter drei Jahren gibts halt nicht.)

Edit: Johannes hat einen ausgezeichneten Beitrag zu diesem Thema verfasst.

1 Kommentar:

  1. Ich habe keine Ahnung (aber eine Befürchtung) was "wir" wollen, weiss aber ganz genau, was ich will:
    meine Kinder selbst erziehen.

    Die Schule vom Grossen Tiger wird jetzt freiwllige Ganztagsschule. Sie liegt in einem der teueren Vorrote Bremens- ländlich-idyllisch, die Kinder werden morgens von ihren Müttern mit dem Rad abgeliefert, man organisiert Brötchenverkauf für Strassenkindern in Manila etc. Der Vorort ist gutverdienend. Die Kinder sollen alle auf's Gymasium, nachmittags sieht man die Musikschüler mit ihren Instrumenten. es ist so viel "Heile Welt" wie es nur geht. Tenever oder Gröpelingen sind weeeiiiit weg.

    Die Schule stellte fest, dass gerade leistungsstarke Schüler NICHT zur Ganztagsbetreuung angemeldet werden.

    Ich fragte Grossen Tiger, ob er angemeldet werden will. Nö, will er nicht. Frage erledigt. Für einen Tag die Woche hätte er das gut gefunden weil er nachmittags AG hat und nur am Fahren ist. Aber einen Tag geht nicht, also will er nicht.

    Wir leisten uns diesen "Luxus".

    Der Druck, sein Kind auch hier in die KiTa zu geben, ist teilweise ungeheuer stark. Mir wurde letztens auf einem Kindergeburtstag erklärt, dass der Mini-Tiger "dringend" in die KiTa muss. warum? Er sass nicht mit den anderen kleinen geschwistern nahe bei Mama, sondern tobte hinter den Grossen her und "stand seinen Mann" da. ER hat gut mitgehalten und nicht nur als "Baby" genervt.
    Aber das geht ja nicht- er muss doch lernen, mit Gleichaltrigen zu spielen. Und für die Selbständigkeit sei das auch ganz wichtig.

    Wir haben die "Grossen" entscheiden lassen wann sie soweit waren loszulassen.
    Mit "das musst du jetzt aber lernen!" geht da gar nichts.
    Jetzt, mit fast 8 und 5, sehe ich sie manchmal nur von hinten. Im Gegensatz zum 6jährigen der Gastgeberin dieses Kindergeburtstages. Der Junge kann niemanden zum Spielen besuchen ohne das Mama im Wohnzimmer sitzt. Dessen kleiner Bruder ist "natürlich" auch in der KiTa. Und sitzt wenn ich ihn sehe entweder im Kinderwagen oder auf dem Arm seiner Mutter. Mini-Tiger ist genauso alt und sass schon sehr lange nicht mehr im Kinderwagen und wartete bis Mama fertig ist mit Schwätzchen halten.

    Mich überzeugt das alles nicht.

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