Mittwoch, 30. Oktober 2013

Was lange währt, wird endlich gut: die Stundenbuch-App ist da!

....und sie sieht richtig gut aus. Und ist nicht nur für iOS verfügbar, sondern auch für Android. Und da ich gerade in die Liga der Smartphonebesitzer aufgestiegen bin und diese Meldung  gelesen habe, habe ich sie sofort installiert. Ein kurzer Blick ersetzt natürlich keinen ausgiebigen Test, aber sie ist optisch sehr schön, bietet Laudes, Vesper, Komplet und die kleinen Horen Terz, Sext und Non, quasi als Lesehore gibts die Tageslesung dazu. Unter "Info" gibts ein paar einleitende Worte und Erklärungen und eine Begrüßung durch Bruder Paulus (ja, DER Bruder Paulus, den man aus den Medien kennt- er ist nämlich Vorsitzender des Katholischen Pressebundes, und dieser wiederum hat gemeinsam mit dem Deutschen Liturgischen Institut die App im Jahr des Glaubens auf den Weg gebracht.)
Und das für die User, ähm, Beter kostenlos. Vergelt's Gott, liebe Sponsoren, wer auch immer ihr seid!

Wie findet ihr die App? Auch so begeistert wie ich? (Und die genaue Funktion diverser Pfeiltasten finde ich auch noch heraus!)

Ich hoffe aber, daß die App jetzt nicht der Tod des Bändelblogs ist, das wäre sehr schade. Nicht nur, weil ja nicht jeder ein Smartphone hat.

( Im Google Play Store und bei iTunes findet man sie schlicht unter dem Namen "Stundenbuch", veröffentlicht von dicendum.)

Sonntag, 16. Juni 2013

Istanbul II

Viele Fotos gibts hier: http://occupygezipics.tumblr.com/

Und nochmal der Hinweis auf den Livestream hier: http://www.dha.com.tr/dhayayin/ - jetzt laufen da auch die Bilder von der Pro-Erdogan-Kundgebung.

Istanbul

In Istanbul geht es jetzt richtig zur Sache, nachdem der Gezi-Park vor Ablauf des Ultimatums geräumt wurde.

Auf einer türkischen Seite gibts nen Lifestream: http://tinyurl.com/ldv45yl

Seit ich zusehe, hat sich die Zahl der Demonstranten, die man sieht, deutlich reduziert. Liegt sicher daran, von wo Bilder durchkommen. Aber auch daran, daß die Polizei auch dort, wo schon dichter Nebel ist, noch mehr Tränengas reinschießt.

Hier ein Bild aus dem Divan-Hotel, das seit Tagen seine Türen geöffnet hält für die Verletzten. Alles voller Tränengas, im Inneren.

Anfang zwanzig war ich bei einem Workcamp in der Auvergne, wir haben das Ufer eines Flußes wieder schön gemacht. Es war auch ein Türke, Yildirim, dabei. Er ist wohl auch unter den Protestierenden. Bitte betet für ihn und die anderen Menschen in der Türkei- Proteste gibt es nicht nur in Istanbul, sondern mindestens auch in Ankara. https://twitter.com/PieroCastellano/statuses/346051600856539138
Und dann ist da noch dieser Mann, der mutig und sehr, sehr kreativ (und wohl mit Hilfe ebenso mutiger, kreativer Mitarbeiter) die Zensur umgangen ist: http://thelede.blogs.nytimes.com/2013/06/05/civil-disobedience-on-a-turkish-game-show/

Ich maße mir nicht an, auch nur ansatzweise zu verstehen, worum genau es da eigentlich geht. Aber wenn ich mir die Bilder ansehe, dann weiß ich, auf welcher Seite ich stehen würde, wenn ich mich entscheiden müsste. Vor Ablauf eines Ultimatums mit Tränengas auf eine Menschenmenge loszugehen, in der Frauen, Kinder und Alte sind, ist inakzeptabel.

Montag, 13. Mai 2013

#kbt13


Wieder halbwegs munter möchte ich nun meinem Mann und den hochgeschätzten Mitblogözesanen (weitere Links unten) nacheifern und einige Gedanken zum diesjährigen Bloggertreffen notieren.

Zunächst aber ein herzliches Dankeschön an Dr. Norbert Kebekus vom Referat Medienpastoral des Erzbischöflichen Seelsorgeamtes Freiburg für die Organisation.
Es konnten hochkarätige Referenten gewonnen werden. Das diesjährige Bloggertreffen in Bonn fand in Kooperation mit katholisch.de statt, und so waren dann auch Dr. David Hober, Steffen Zimmermann und und Christoph Meurer von katholisch. de da und stellten ihr Portal nach dem Relaunch vom letzten Herbst vor. Der Publizist Andreas Püttmann nahm eine fundierte und trotz des eher deprimierenden Inhalts erheiternde Analyse vor, und gewissermaßen als Stargast war der Pressesprecher der DBK, Matthias Kopp, zu Gast. Ich war besonders auf diesen Teil des Programms sehr gespannt, daß da ein Vollblutprofi sitzt war klar, aber ich fand es schön, daß mein Bild von Herrn Kopp etwas geradegerückt wurde- bisher fand ich ihn vor allem professionell- einschüchternd, jetzt hat sich das Bild zu professionell- sympathisch- macht einen extrem schwierigen Job ziemlich gut und hat seinen Humor nicht verloren gewandelt. Christiane Kolvenbach, Referentin für Internet und Presse und damit zuständig für den Webauftritt der DBK schaute auch kurz vorbei. Also, scheinbar wird die Bloggerszene zunehmend wahr- und wichtiggenommen. Das hat sicher auch mit der Presse der letzten Monate zu tun (nein, nicht die "Dunkelkatholiken"- Polemik, jedenfalls nicht nur; es gab ja allgemein hin und wieder mal die Diskussion, welchen Status Blogger denn nun haben).
Neben der Frage möglicher Kooperationen fand ich vor allem wichtig, sich überhaupt mal etwas kennenzulernen (und die Erkenntnis zu gewinnen, daß weniger manchmal mehr ist- am Ende bestand unter uns Bloggern weitestgehend Einigkeit, daß man hin und wieder doch verbal abrüsten sollte. Gerade intern- bei allen Unterschieden sollte man auf dem Schirm haben, daß man grob in derselben Richtung am selben Strang zieht, wenn auch vielleicht an verschiedenen Fäden desselben). Was sich da in den nächsten Jahren entwickeln kann bleibt abzuwarten, aber ich bin vorsichtig optimistisch.

Verschiedentlich wurde der (vor allem im Vergleich zur Unterbringung in Freiburg niedrige) Standard der Unterbringung erwähnt. Gut, mein Mann und ich hatten Glück, wir hatten zwar kein Bad im Zimmer, aber die Sanitäranlagen auf dem Flur waren einwandfrei, und für Wasserrohrbrüche kann niemand was- wohl aber dafür, die lauten Lüfter abends nicht abzuschalten, was einigen Bloggern ziemlich die Nachtruhe verdorben hat, vor allem in Kombination mit einer laut feiernden Gruppe... am Samstag waren dann allerdings wir die laut feiernde Gruppe, wenn auch vielleicht nicht ganz so ausdauernd.
Wir waren nicht alle im selbem Haus, einige waren sogar ein paar Minuten entfernt in einer Pension, aber zur Ehrenrettung der uns beherbergenden Bildungseinrichtung muß ich sagen, daß die Alternative in Bonn, soweit ich mich ans Planungsstadium erinnere, ein Selbstorganisieren der Unterkunft gewesen wäre. Also, ja, hätte alles besser sein können, aber es war unter den Umständen womöglich tatsächlich das Optimum, vor allem auch unter dem Gesichtspunkt der Bezahlbarkeit. Und es wurde sehr nett auf meine nötigen Extrawürste in Sachen Ernährung eingegangen. Insgesamt sicher eher ein Haus für Jugendgruppen, aber ich war (auch längerfristig, auch teurer) schon deutlich schlechter untergebracht.

Punkte zum Nachdenken für die nächste Zeit sind für mich die Frage nach Zielgruppe, Reichweite, Sinn und Zweck des Bloggens; die Frage, ob man einen Blog thematisch nicht breiter aufstellen sollte, oder lieber als Themenblog, oder einen Themenblog (mit anderen) zusätzlich zum bisherigen. Aber vielleicht sind das alles vorrangig eher Fragen für die "Powerblogger", von mir kommt ja bisweilen, aus Gründen, monatelang gar nichts.

Die von Peter vorgestellte Aktion "blognetz" von Luca Hammer und Martin Stücklschwaiger finde ich persönlich etwas zwiespältig, "Reclaim Social Media", von Sascha Lobo, von ihm auf der re:publica 2013 vorgestellt, ebenfalls, aber vielleicht hab ich es auch einfach nur nicht genau verstanden. Auch diese Projekte werde ich in nächster Zeit mal etwas beobachten und bedenken. Hingewiesen wurde nochmal explizit auf das Blogözesenprojekt zum Jahr des Glaubens. 
Zum großartigen Abendprogramm (Applaus und Danke an Thomas, Peter und Claudia) braucht eigentlich nur gesagt werden, daß allein die Abendunterhaltung die Teilnahme am Bloggertreffen lohnt. Und man lernt die Blogger auch mal von einer ganz anderen Seite kennen. Natürlich nur, wenn man nicht vorzeitig abreist, ohne jemandem Bescheid zu sagen. 

Die hl. Messe am Samstag morgen haben Phil und ich verschlafen (denkt doch an die armen Morgenmuffel mit langer Anreise- hl. Messe in Zukunft nicht mitten in der Nacht wäre schön. Allerdings hab ich auch keine Idee, wann im vollen Programm dafür sonst noch Zeit wäre. Alles nicht so einfach...), aber gerade auch mit der Schwierigkeit "zuwenig Stundenbücher" war es ein schönes Erlebnis, gemeinsam zu beten (und gesungenes Gebet zählt doch sogar doppelt, oder so). Zur Familienmesse in der wunder-wunder-wunderschönen romanischen Doppelkirche in Schwarzrheinfeld schreibe ich vielleicht noch was separat.

Frühstück jetzt! - ist ja auch schon Mittag.

Noch ein paar Links, die ich nicht in den Text eingebaut habe:
Pulchra ut Luna
Beiboot Petri
Das hörende Herz (schön, daß wir uns endlich mal kennengelernt haben!)
Josef Bordat
Non Draco Sit Mihi Dux
Thermometer
Beiboot Petri

Und als Service nochmal die oben im Text verlinkten:
Sende-Zeit
Thomas sein Abendland (Du machst dat ja kompliziert, mit dem direkt auf einen bestimmten Beitrag verlinken...)
katholon
Echo Romeo (besonders empfehlenswert)
Mein Leben als Rezitatorin und Verlegerin
Eva ist in Paderborn 1 2 3 4 5 (1=bisher neuester Beitrag zum Bloggertreffen, sprich: umgekehrt chronologisch)
Frischer Wind

Sonntag, 12. Mai 2013

Home, sweet home

Wir sind schon zurück vom Bloggertreffen, da unsere Mitfahrgelegenheit ziemlich geheizt ist. Hessen habe ich komplett verschlafen.

Es war sehr schön, sehr interessant und wir hatten viel Spaß- mehr in den nächsten Tagen.

Montag, 6. Mai 2013

Perfide oder inkompetent?

Gerade gesehen (Danke, Bastian!): das Nachrichtenmagazin Focus hat in seinem Onlineangebot einen Artikel über den israelischen Angriff auf Syrien, die ungeklärte Frage, welche der syrischen (!!!!) Kriegsparteien Giftgas eingesetzt hat, ob überhaupt welches eingesetzt wurde, und die Forderung Westerwelles nach Beobachtern in Syrien. So weit, so gut.

Aber: in der Überschrift heißt es: Westerwelle will Beobachter-Zugang: Syrien reagiert nicht auf Israels Giftgasangriff.

Ich weiß nicht, ob man das den beschwippsten Betriebspraktikanten aus der örtlichen Klippschule hat texten lassen, oder ob das genau so gedacht war: wer nur die Überschrift liest, gewinnt den Eindruck, Israel hätte Syrien mit Giftgas angegriffen. Davon steht aber nichts im Artikel. Was wohl daran liegt, daß Israel KEINEN Angriff mit Giftgas unternommen hat. Was aber den Focus nicht davon abhält, mit einer Schlagzeile diesen Eindruck zu vermitteln. Womit wir wieder am Anfang wären. Hab mich beim Focus beschwert, der deutschsprachigen Facebook-Präsenz des Staates Israel Bescheid gesagt und das ganze gescreenshoted, weil ich doch mal davon ausgehe, daß das recht bald geändert wird. Solange es nicht geändert wird, bitteschön:

http://www.focus.de/politik/ausland/krise-in-der-arabischen-welt/syrien/westerwelle-will-beobachter-zugang-syrien-reagiert-nicht-auf-israels-giftgasangriff_aid_982052.html

Noch ein Grund mehr, morgen, am Israeltag, in der Innenstadt beim entsprechenden Stand vorbeizugehen, und mal nett "Hallo" zu sagen.

Unglaublich.

Update 20:35 - die Überschrift wurde geändert. Offenbar hat man beim Focus was gemerkt, oder es gab zu viele Beschwerden. Egal. Ich fülle trotzdem das Formular vom Presserat aus. Sowas darf nicht passieren, nicht für ne halbe Stunde, nicht für zehn Minuten.

Dienstag, 19. März 2013

Heiliger Josef...

bitte für uns, besonders für unseren Papst Franziskus, dessen Amtseinführung wir gleich mitverfolgen können. Heiliger Josef, bitte auch besonders für den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. Als Patron unserer Kirche bitten wir dich, uns auf dem langen Weg zur Wiedererlangung der Einheit durch deine Fürsprache zu begleiten. Amen.

Gleich Papsteinführung, mitverfolgbar zum Beispiel bei EWTN (Livesendung ab 9 Uhr, die hl. Messe beginnt wohl um 9 Uhr 30 ). Und zum ersten Mal seit 1054 ist der Patriarch von Konstantinopel dabei. Unser Papa emeritus Benedikt hat während seines Pontifikats entscheidend an einer Verbesserung der Beziehungen gearbeitet, an der Patriarch Bartholomaios auch gelegen war. Egal, wie schnell oder langsam es dann weitergeht, das ist auf jeden Fall ein Moment für die Geschichtsbücher. Patriarch Bartholomaios wird begleitet von diversen Metropoliten, und das Moskauer Patriarchat ist vertreten durch den Metropoliten Hilarion, der das Außenamt der russisch-orthodoxen Kirche. Da fehlen natürlich einige, z.B. die Georgier, aber der Dialog mit der Orthodoxie ist eben auch unterschiedlich weit gediehen. So oder so, die bloße Anwesenheit ist ein großer Schritt!

Ansonsten, anlässlich des heutigen Hochfestes: Hymn to Saint Joseph (Baltimore Catechism). Ich bin zwar kein Freund davon, Joseph immer nur als alten Mann darzustellen, aber das war halt lange Tradition, und wer weiß, vielleicht ist diese Tradition ja auch richtig. Das Lied ist jedenfalls sehr schön, wenns ein bißchen gefühlig sein darf:


Und beim ökumenischen Heiligenlexikon fand ich den Hinweis aufs "Ad te, beate Joseph"- schönes Gebet, Teilablass inklusive.

(V) 
Heiliger Josef, in unserer Not kommen wir zu dir und bitten voll Vertrauen um deinen Schutz. Du warst in Liebe mit der Unbefleckten Gottesmutter verbunden und hast väterlich für Jesus gesorgt. Darum bitten wir dich: 
(A) Sieh auf das Volk, das Jesus Christus mit seinem Blut erworben hat, und hilf uns mit deinem mächtigen Beistand. 
(V) Du Beschützer der heiligen Familie, wache über das Haus Gottes. Halte fern von uns alle Ansteckung durch Irrtum und Verderbnis. 
(A) Du starker Helfer, steh uns bei im Kampf mit den Mächten der Finsternis. 
(V) Du hast das Jesuskind aus der Lebensgefahr errettet; so verteidige jetzt die heilige Kirche Gottes gegen den bösen Feind und seine Verführung. 
(A) Nimm uns in deinen Schutz, dass wir nach deinem Beispiel und mit deiner Hilfe heilig leben, selig sterben und das ewige Leben erlangen. Amen.

Sonst bleibt mir nur, auf den heute besonders schönen Kommentar bei Evangelium Tag für Tag zu verweisen. Passenderweise heute aus den Minäen. Das sind gottesdienstliche Bücher der Ostkirchen. Wieder was gelernt.