Samstag, 27. August 2011

Wie Trauben perlt der Regen...

Daß es hier oft und ausgiebig regnet ist nichts neues. Jetzt haben wir aber wieder so eine richtig intensive Regenphase. Es ist ganz schön, zu Hause zu sitzen, den gegen den Regen protestierenden Vögeln zuzuhören und in Ruhe zu frühstücken. Das läuft auf einen gemütlichen Tag mit dem Katerchen hinaus. Aber eigentlich wollte ich heute zur Messe. Also, zur Samstagsmesse, nicht Vorabendmesse. Und eigentlich wollte ich Sachen in der Bib erledigen- das konnte ich gestern wegen Baumaßnahmen nicht. Klar, ich kann jetzt auch bei Regen los. Könnte. Wenn nicht gerade meine Gesundheit beschließen würde, noch mehr Baustellen aufzumachen. Regen hängt bei mir immer mit ziemlich brutalen Kopfschmerzen in den Nebenhöhlen zusammen. Also wird der Tag sowieso nicht nur gemütlich, sondern auch ein bißchen dizzy, weil ich womöglich schon wieder das Ibuprofen überdosieren muss (don't try this at home!). Diverse andere große und kleine Wehwehchen verschweige ich mal und überlasse sie dem Gebet (hint!) - und Montag wird dann Arzttag.

So, wenn man es positiv sieht, kann ich also heute nen netten, ruhigen Tag zu Hause verbringen. Ich muß noch Geschirrspülen, und wo die Luft eh schon so feucht ist auch waschen, eventuell noch ein bißchen was einkaufen. Ansonsten kann ich Musik hören, Twin Peaks gucken, mit dem Katerchen kuscheln, und diese wunderbaren, samtig-süßen roten Trauben essen, die gestern in der Biokiste waren.

Was ich auf jeden Fall auch machen will und womit wir dann bei den Perlen wären: Rosenkranz beten. Mir fiel der Zugang dazu immer schwer, wenn ich ihn alleine beten wollte/sollte. Gestern fühlte ich mich gedrängt, den Rosenkranz zu beten. Hab meinen schönen mit dem idealen Perlenabstand nicht sofort gefunden, also hab ich den billigen, und objektiv auch nicht schönen Plastikrosenkranz genommen, den die Missionarinnen der Nächstenliebe auf dem WJT Köln verschenkt haben. Eine wahnsinnig süße, sehr kleine indische Schwester ist durch die ganze Kirche gewuselt um noch welche zu finden, weil einige Jugendliche aus unserer Gruppe nach Rosenkränzen gefragt haben. Naja, ich hab gefragt, die jüngeren haben ihrem Englisch nicht getraut. Dann hat sie uns freudestrahlend die Rosenkränze hingehalten. Wir hatten sie schon fast in der Hand, als Wolken auf ihrem Gesicht aufzogen, sie uns die Rosenkränze wegnahm, und nochmal verschwand. Ein paar Minuten später kam sie noch strahlender als vorher zurück, gab uns die Rosenkränze und sagte, die hätten noch schnell gesegnet werden müssen. Sie verabschiedete sich, wir verließen die Kirche. Sie hatte quasi aus dem Nichts kommend unseren verdatterten Kaplan überfallen, damit er die Rosenkränze segnet. Also, diesen Rosenkranz hatte ich dann, und es lief gut. Was vielleicht auch daran lag, daß ich den Rosenkranz nicht nur innerlich, sondern murmelnd gebetet habe, mit einem andächtig lauschenden Kater neben  mir. (Ok, erst wollte er mit dem Rosenkranz spielen, beim Glaubensbekenntnis hat er mich so auch zum Lachen gebracht, weil es einfach so goldig aussah.) Es lief so gut, daß ich am Ende erstaunt feststellte, schon fertig zu sein. Und ich habe wirklich kapiert, wieso der Rosenkranz ein betrachtendes Gebet ist. Verstandesmäßig war es mir klar, aber gestern habe ich es erlebt. Dafür bin ich sehr dankbar.


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